Einsatzbericht

Nummer: THL 9 bis THL 14
Datum: 02.06., 13.35 Uhr
Hochwassereinsätze im Gemeindegebiet

Das Jahrhunderthochwasser 2013 betraf auch das Gemeindegebiet Zolling.
Durch die Freiwillige Feuerwehr Zolling wurden von Sonntag Mittag an folgende Maßnahmen durchgeführt:

Kanaldüker Forellenweg:

Die bekannte Schwachstelle, an der der Regenwasserkanal Richtung Kläranlage den Amperkanal unterquert, musste vor Überlastung geschützt werden. Dies wurde mit den fünf am Hebewerk fest installierten Pumpen, dem TLF, der TS8-Pumpe des LF, einer Schmutzwasserpumpe, der TS8 der Feuerwehr Appersdorf und einer Tauchpumpe gewährleistet. Das Wasser wurde über Schläuche direkt in den Kanal gepumpt. Die anliegenden Gebäude wurden mit Sandsäcken geschützt.


Häuser im Ortsbereich Zolling:

Zahlreiche Keller im Ortsgebiet, besonders in der Rotnpeck-, Jahn- und Roiderstraße, wurden überflutet. Die Feuerwehr half nach Möglichkeit mit Tauchpumpen, Wassersaugern und Sandsäcken, die Schäden zu begrenzen.

Sportheim Zolling:

Das Sportheim Zolling wurde hauptsächlich von der SpVgg selbst geschützt. Die Feuerwehr war hier unterstützend und beratend tätig.


Ampermoos:

Auf der Straße von Zolling nach Moos wurde bei einer Kontrollfahrt ein vom Wasser eingeschlossener verlassener PKW gefunden. Dieser wurde kurz vor dem Versinken abgeschleppt und an eine höhere Stelle der Straße gebracht.
Im Moosgut waren etwa 100 Schafe und Lämmer von der Flut akut bedroht. Die Feuerwehr beriet sich mit den Eigentümern über das weitere Vorgehen. Die eigentliche Rettung der Tiere wurde mangels Personal der Feuerwehr Zolling dann von der Feuerwehr Haindlfing durchgeführt.
Ferner wurden auch die Wohnhäuser im Moosgut überflutet. Da in Zolling keine Sandsäcke mehr verfügbar waren, wurden über die Leitstelle weitere Sandsäcke angefordert und dann von der Feuerwehr Au geliefert. Ein Haus konnte noch vor der Überflutung geschützt werden. Bei zwei weiteren Häusern stand bereits der Keller unter Wasser. Hier wurde mit schwimmenden Ölbarrieren versucht, ein Austreten des Heizöls aus den Tanks in die Amper zu verhindern und den Wasserstand in den Tankräumen mittels Tauchpumpen unterhalb der Fensterbrüstung zu halten. Da der Strom im Anwesen ausgefallen war, wurde von der Feuerwehr Haindlfing hierfür ein Stromerzeuger angefordert.
Im weiteren Verlauf sollte die Feuerwehr die Bewohner evakuieren, was diese allerdings ablehnten.
In Abstimmung mit dem Fachberater Deich des THW wurde festgelegt, dass keine Maßnahmen zur Sicherung der Amperdeiche in diesem Bereich erforderlich sind.
Am Morgen des Dienstag mussten im Moos noch Rinder von der Feuerwehr vor den Fluten gerettet werden.




St2054:

Die St2054 zwischen Zolling und Palzing wurde bereits früh vom Straßenbauamt gesperrt.
Nach einem Erdrutsch auf der wegen Überflutung gesperrten Straße verständigte die Feuerwehr Zolling das Straßenbauamt. Zusammen mit der Feuerwehr Palzing wurden im gleichen Zug 2 umgestürzte Bäume beseitigt.


Anwesen zwischen Amper und Kanal:

Die Anwesen östlich der Bundesstraße wurden mit Sandsäcken beliefert, um die Gebäude zu schützen. In einem Anwesen auf der westlichen Kanalseite, in dem das Erdgeschoss akut vom Wasser bedroht war, wurden alle Zugänge mit Sandsäcken geschützt und mit eine Tauchpumpe installiert, um das eingedrungene Wasser wieder auszupumpen.
Bei einem weiteren Anwesen konnte in Zusammenarbeit von der Feuerwehr Anglberg das Wohnhaus vor der Überflutung geschützt und der Stall soweit trockengehalten werden, dass keine Gefahr für das Vieh bestand.


Neben den Feuerwehrmännern waren auch die Mitarbeiter des Zollinger Gemeindebauhofs, einige Landwirte mit Großfahrzeugen und eine Gruppe der SpVgg Zolling in die Arbeiten eingebunden. Wegen der langen Einsatzdauer mussten neben der Koordination der Arbeiten auch für die Verpflegung und Ablösung der Kräfte gesorgt werden, was gut funktioniert hat.

Im Einsatz:

Alle Landkreisfeuerwehren, THW

Kräfte FFW Zolling:

29

Fahrzeuge:

HLF 20/16, LF 8, MZF, TLF 16

Einsatzende:

04.06., nachmittags