Atemschutzgeräte

Die Atemschutzgeräte sind einer der wichtigsten Ausrüstungsteile bei der Feuerwehr. Mit ihrer Hilfe können verrauchte Gebäude betreten werden, um vermisste Personen zu finden oder einen effektiven Innenangriff durchzuführen.
Bei der Feuerwehr Zolling werden Atemschutzgeräte der Firma Auer verwendet. Mit der Ankunft des HLF wurden die alten Geräte des LF ausgemustert, so dass nun nur noch baugleiche Pressluftatmer mitgeführt werden. Die Geräte des TLF, die schon früher neu beschafft wurden, befinden sich jetzt im LF.
Außerdem wurde vom 200 bar-Zweiflaschensystem auf eine 300 bar-Flasche umgestellt, was die Bewegung in engen Räumen vereinfacht.
Es stehen in jedem der beiden Fahrzeuge 4 Geräte zur Verfügung, wodurch sich bis zu vier Zweimanntrupps aurüsten können. Allerdings muss ein Trupp immer als Sicherungstrupp bereitstehen, wodurch die Feuerwehr Zolling drei Trupps gleichzeitig in den Einsatz schicken kann. Manchmal muss jedoch auf 3-Mann-Trupps umgestellt werden, da die Ausrüstung von zwei Mann nicht getragen werden kann, vor allem, wenn zur Menschenrettung die Wärmebildkamera mitgeführt wird, da der Bediener der Kamera die Hände frei haben sollte.
Atemschutzträger tragen nicht den normalen Schutzanzug Bayern 2000, sondern zusätzlich eine gefütterte Überjacke sowie -hose nach HuPF.
Alle PA-Träger müssen eine gültige Untersuchung nach G26.3 sowie den abgeschlossenen Lehrgang PA-Träger an der Landkreisausbildungsstelle nachweisen können, bevor sie Einsätze bestreiten dürfen.
Das Mindestalter beträgt 18 Jahre.

Pressluftatmer bei der Feuerwehr Zolling:

Auer AirMaxx mit AutoMaxx AS Lungenautomat

Die Atemschutzgeräte enthalten 6 Liter Pressluft bei einem Druck von 300 bar, also etwa 1600 Liter. Dies ermöglicht eine Einsatzdauer von 20-40 Minuten, da bei schwerer körperlicher Arbeit wie der Rettung einer bewusstlosen Person etwa 80 Liter Luft pro Minute verbraucht werden. Bei einem Restdruck von 50 bar ertönt ein Warnsignal, der PA-Träger muss spätestens dann den Rückzug antreten und neue Flaschen holen.
Die Lungenautomaten sind mit einem Steckanschluss ausgestattet, was eine einfache und schnelle Bedienung ermöglicht.
Die Masken sind so genannte Überdruckmasken: Das Ausatemventil öffnet erst, wenn in der Maske ein Überdruck von 4 mbar herrscht, was bei Undichtigkeiten der Maske dazu führt, dass keine Gase von außen in die Maske eindringen und so die Gesundheit des Feuerwehrmanns gefährden können.
Ein weiteres Sicherheitsmerkmal ist, dass die Manometer der Geräte einen zweiten Anschluss haben. Dadurch können bei einem Ausfall eines Geräts beide Männer des Atemschutztrupps über ein Gerät mit Luft versorgt werden. Allerdings dürfen Lungenautomat und Maske nicht defekt sein.

Überwachung


Der Einsatz der Atemschutzgeräteträger wird genau überwacht. Zu Beginn des Einsatzes werden die Namen und der Funkrufname des Trupps registriert. Außerdem wird der Schlüssel des Totmannmelders abgegeben. Nach spätestens 15 Minuten nimmt der Überwachende Kontakt mit dem Trupp auf und fragt nach dem Restdruck. Dadurch erhält er mit Hilfe einer Tabelle die restliche Einsatzzeit und kann den Trupp anweisen, den Rückzug anzutreten.
Bei großen Einsätzen kann der Funk zwischen Atemschutztrupp und Überwachung auf einen speziellen Kanal verlegt werden, damit die Kommunikation nicht durch den restlichen, oft sehr dichten Funkverkehr an der Einsatzstelle beeinträchtigt wird.

Totmannmelder


Die Totmannmelder sind an den Atemschutzgeräten angebracht. Zu Beginn des Einsatzes wird der Totmannmelder durch abgeben des Schlüssels bei der Atemschutzüberwachung scharfgeschaltet. Von diesem Zeitpunkt an registriert er die Bewegungen des Atemschutzträgers.
Bewegt sich der PA-Träger längere Zeit (ca. 30 Sekunden) nicht, wird er durch einen kurzen Voralarm gewarnt. Reagiert er nicht auf diesen, löst der Totmannmelder aus und gibt ein akustisches Signal (>100dB) ab.
Das Finden und Retten von verunfallten Atemschutzgeräteträgern in verrauchten Räumen wird hierdurch wesentlich vereinfacht.

Ausrüstung

Zusätzlich zu seinem Atemschutzgerät mit Maske und Lungenautomat muss der PA-Träger noch jede Menge Ausrüstung mit sich führen,
was die Arbeit im Atemschutzeinsatz zwar sicher aber auch anstrengend macht:

Teil Funktion
Sicherheitsgurt Sichern, Abseilen
Funkgerät (1 pro Trupp) Kommunikation mit Überwachung
Halogen-Handlampe Beleuchtung des Einsatzbereichs
Feuerwehrbeil Öffnen und verkeilen von Türen und Fenstern
Feuerwehraxt Öffnen von Türen, Beseitigen von Hindernissen, Verlängerung des Suchradius
Feuerwehrleine Abseilen, Markieren des Rückwegs
Seilschlauchhalter Festbinden
Fluchthaube Zur Rettung vermisster Personen
C-Schlauch mit Strahlrohr Löschen